Unser Projekt TECHNOlino und die Vernetzung im "Haus der kleinen Forscher", wurde durch Herrn Professor Klaus Fischer initiiert und seit 2009 durch die Unternehmensgruppe fischer als Kooperationspartner unterstützt und finanziert.

Was schwimmt auf Wasser, was sinkt? Wie funktioniert eine Kläranlage? Warum "fliegen" unsere Haare? Wie wiegt eine Pendelwaage?
Auf diese und viele andere Fragen, suchen wir gemeinsam mit unseren Kindern die Antworten. Unser Projekt TECHNOlino begleitet Mädchen und Jungen beim Erforschen der Welt.

Durch die regelmäßige Begegnung mit Naturwissenschaft und Technik erfahren die Kinder bewusst sie umgebende Phänomene, entdecken Neues aus eigenem Antrieb heraus und lernen mit Freude und Begeisterung. Der pädagogische Ansatz des Projektes unterstützt diese Entwicklung. Seine tragenden Säulen sind zum einen das selbstentdeckende Lernen der Kinder und zum anderen der Grundsatz, dass Kinder und Erzieherinnen den Lernprozess gemeinsam gestalten. So werden sowohl die frühkindliche Bildung als auch die Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Wir Erzieherinnen schätzen darüber hinaus, dass neben dem Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Themen weitere Fähigkeiten der Kinder merklich gefördert werden. Dazu zählen Beobachtungsvermögen, soziale und sprachliche Kompetenzen, die durch das gemeinsame Experimentieren gestärkt werden.

Wir wurden:

2011   durch das Haus der kleinen Forscher als
             "technikfreundlicher Kindergarten"

2013   rezertifiziert

2015   Rezertifizierung


PROJEKT   2015/2016

Ameise Fred träumt von der Stadt


Fred ist eine ganz besondere Ameise! Das Auffälligste an Fred ist seine neue  Brille, mit der er nun viel besser sehen kann als früher. Bei den anderen Ameisen hat er sich mit dieser Brille schon ziemlich viel Respekt verschafft, denn sie haben so etwas vorher noch nie gesehen. Sie meinen, er sehe mit seiner Brille wie ein richtiger Forscher aus – und eigentlich ist er das auch.
Fred hat nämlich noch eine weitere Besonderheit: Wie kaum eine andere Ameise kann er Fragen stellen – vor allem zur Natur.
Seit einigen Jahren lebt er mit zahlreichen Freunden und Verwandten in einemgroßen Ameisenhügel mitten im Wald. Viele Tausende von Ameisen leben dort unter einem Dach. Die meisten von ihnen sind Weibchen, nur Fred und sein Freund Paul sind seltene Ausnahmen.
Im Ameisenhügel ist ein ständiges Kommen und Gehen, weil alle immer beschäftigt sind. Jeder muss nämlich mit anpacken: Die einen räumen im Ameisenhügel auf, andere schleppen Nahrung herbei und wieder andere bewachen den Hügel, damit den Ameisen nichts passieren kann. Freds Aufgabe ist es, Ästchen und Nadeln zusammenzutragen, mit denen das Dach des Ameisenhügels ausgebessert werden kann. Das ist eine sehr anstrengende Arbeit, denn so manche Tannennadel, die Fred von weit her zum Hügel schleppt, wiegt vielmehr als er selbst. Deshalb ist Fred abends oft zum Umfallen müde, aber er möchte mit keiner Ameise auf der Welt tauschen. Er mag es, täglich draußen in der freien Natur zu sein.
Oft hat er sich schon gedacht, wie froh er darüber ist, dass er keinen Innendienst im Ameisenhügel hat. „Immer nur von morgens bis abends in den Gängen zu sein – das wäre auf Dauer nichts für mich, weil es dort viel zu dunkel ist. Vor allem aber könnte ich dann gar nicht mehr die Umgebung erkunden und unbemerkt einige kleine Abenteuerreisen unternehmen.“
Im letzten Jahr hatte Fred gemeinsam mit seinem Freund Paul so manche Entdeckungstour unternommen und dabei spannende Experimente kennen gelernt.
Seit dieser Zeit hat sich Fred angewöhnt, mithilfe seiner Brille viel genauer hinzugucken als früher und die Dinge in seiner Umgebung noch genauer zu beobachten. Was es da alles Staunenswertes und Überraschendes zu sehen gibt! Fred geht all diesen Dingen auf den Grund und macht dabei vor keiner Frage halt.
Manchmal fällt er den anderen Ameisen mit seinen vielen Fragen auf die Nerven, aber sein Freund Paul hat immer ein offenes Ohr für ihn und weiß oft die richtigen Antworten.
Seit einigen Wochen träumt Fred davon, nicht nur den Wald, sondern auch die nahe gelegene Stadt zu erkunden. Bislang war noch keine Ameise aus seinem Hügel jemals dort gewesen. Untereinander tauschen sie sich die tollsten Geschichten über die Stadt aus: Dort leben zweibeinige Lebewesen, die so groß sind, dass Ameisen von ihnen nur die Füße sehen können, sosehr sie ihr Köpfchen auch strecken. Diese Zweibeiner – so erzählt man sich – sollen es vorziehen, in Häusern zu leben, die mindestens zehnmal so groß sind wie ein Ameisenhügel. Aber manchmal leben in einem solchen Riesenhaus nur drei oder vier Zweibeiner!
Eine der faszinierendsten Geschichten über diese seltsamen Lebewesen erzählt, dass sie nur selten etwas über weite Strecken selber tragen müssen, weil sie alles in rollenden Kisten transportieren. Zudem können sie große Entfernungen in kürzester Zeit überwinden, weil diese Kisten sehr schnell rollen können.
Fred hat diesen Geschichten immer etwas ungläubig zugehört: Wie groß muss denn so eine Kiste sein, wenn ein Riesenzweibeiner mit Gepäck – möglicherweise mit Ästchen und Tannennadeln – dort hineinpassen soll? Und dann soll das Ganze auch noch schnell sein – unmöglich! Dennoch: Wie praktisch, wenn Fred im Wald eines Tages auch ein solches Transportgerät hätte, sodass er nie wieder Äste und Nadeln schleppen müsste. Sein Freund Paul könnte seinen Transporter dann immer mitbenutzen!

Am liebsten würde Fred sich selbst ein Bild von der Stadt verschaffen, wäre der Weg dorthin nicht so unendlich weit …
Vor ein paar Wochen hat Fred in der Nähe des Ameisenhügels etwas entdeckt:
Regelmäßig kommen die Riesenzweibeiner aus der Stadt mit einem Korb voller leckerer Sachen auf eine Wiese und essen und trinken ihre mitgebrachten Leckereien. Manchmal kehrt Fred nach der Dämmerung – dann haben die Zweibeiner den Picknickplatz mit ihrem Korb längst wieder verlassen – noch einmal zurück, um von den liegen gelassenen Speisen zu naschen: Plätzchenkrümel, Apfelreste und sogar eine Salzstange hat er dort schon gefunden. Einige Tage später tauchen die Zweibeiner wie aus dem Nichts wieder mit einem randvollen Picknickkorb auf. Ob der Korb ein Weg ist, die Stadt und die Zweibeiner etwas näher kennen zu lernen? Fred hat da eine Idee …
„Wenn ich mich einfach im Korb verstecke, bevor die Zweibeiner den Wald wieder verlassen? Dann könnte ich gleichzeitig auch von all den leckeren Sachen im Korb naschen. Und ein paar Tage später komme ich mit dem Korb wieder auf den Picknickplatz zurück. Das muss ich unbedingt Paul erzählen. Fred kommt ins Schwärmen. „Viel zu gefährlich“, meint Paul, nachdem er nachdenklich Freds Plan angehört hat. „Was ist, wenn die Menschen – so heißen die Zweibeiner nämlich – nichtmehr in den Wald zurückkommen? Dann bleibst du für immer in der Stadt und keiner kann dich dort finden.“
Ratlos und ziemlich enttäuscht denkt Fred darüber nach, was sein Freund gesagt hat. „Vielleicht hat er ja recht und ich sollte das Verhalten dieser Menschen noch eine Weile beobachten, bevor ich mit ihnen im Korb mitgehe. Aber eines Tages werde ich als erste Ameise unseres Ameisenhügels die Stadt entdecken!“

EXPERIMENT  1

Wie Ameisen Luftballons aufblasen

Am nächsten freien Tag macht sich Fred wie schon so oft zuvor auf den Weg zum Picknickplatz. Es ist Wochenende und schon von Weitem hört er fröhliche Stimmen und Kinderlachen. „Ob meine Zweibeiner wieder zurückgekommen sind?“, fragt sich Fred aufgeregt. Tatsächlich – auch der Korb mit den Leckereien steht gut sichtbar auf der Bank. „Ich werde heute einfach mal alles nur ganz genau beobachten“, denkt Fred, „und die Reise im Korb verschiebe ich auf später.“
Nachdem er einige heruntergefallene Brötchenkrümel und Schokoladenstückchen genascht hat, krabbelt er schläfrig unter ein Eichenblatt ins Halbdunkel.
Direkt neben ihm liegt ein flacher, blauer Luftballon, der aus dem Korb gefallen ist. „Schade, dass er nicht essbar ist“, denkt sich Fred, „denn was kann man schon mit einem Luftballon anfangen?“
Doch was ist das? Ein kleines Mädchen hält einen roten Luftballon mit bei den Händen an seinen Mund und bläst ihn kraftvoll auf. Der Ballon wird größer und dicker und sieht wunderschön aus!
„Das würde ich auch gerne mal können, aber woher soll ich die Puste nehmen?“, fragt sich Fred.
Am Abend, nachdem die Familie ihre Sachen zusammengepackt hat und mit dem Korb aus dem Wald verschwunden ist, macht sich auch Fred auf den Heimweg zurück zu seinem Ameisenhügel.
Erwartungsvoll kommt ihm Paul entgegen: „Und, war deine Familie wieder am Picknickplatz?“ „Nicht nur das“, entgegnet ihm Fred, „heute habe ich zugesehen, wie ein kleines Mädchen einen Luftballon aufgeblasen hat. So etwas würde ich auch gerne einmal machen! Einen Luftballon habe ich schon gefunden.
Wenn ihr mir alle helft, dann können wir ihn gemeinsam hierhin schleppen. „Nichts leichter als einen Luftballon aufzublasen“, muntert Paul seinen Freund Fred auf, „dazu brauchst du nichts weiter als einen Luftballon, eine leere Flasche und warmes Wasser.“
Verdutzt schaut Fred Paul von der Seite an. „Bist du dir da ganz sicher?
Wo ist bei dem Ganzen denn die Puste, um den Luftballon aufzublasen?“
„Das geht auch ganz ohne Puste. Und ich verrate dir noch eine Möglichkeit: Mit Backpulver und Essig gelingt es dir auch, einen Luftballon aufzupusten.“

Ob ihr Fred einmal zeigen könnt, wie ein Luftballon ganz ohne Puste aufgeblasen werden kann?

Luftballons aufblasen ohne Puste (mit warmem Wasser)

Material
• 1 Luftballon

• 1 leere Kunststoff-Flasche (0,5 l)
• 1 Gefäß mit heißem Wasser (aus der Leitung)
• 1 Gefäß mit eiskaltem Wasser(mit Eiswürfeln)

 Hinweise zur Materialvorbereitung
• Wenn der Luftballon vorher mehrmals aufgeblasen wird, erhöht das seine Elastizität und der Ballon dehnt sich im Experiment leichter aus.
• Verwenden Sie etwas höhere Gefäße und füllen Sie sie je nach Durchmesser nur etwa ein Drittel / maximal bis zur Hälfte (wegen der Wasserverdrängung beim Eintauchen der Flasche).

Hinweise zur Durchführung
• Vorsicht im Umgang mit heißem Wasser!

• Es empfiehlt sich, die Flasche jeweils beim Eintauchen in das Wasserbad gut festzuhalten, damit sie nicht kippt.

Beobachtung
Wird die Flasche in sehr warmes Wasser gehalten, so dehnt sich der Luftballon ein wenig aus. Stellt man die Flasche anschließend in eiskaltes Wasser, zieht sich der Luftballon wieder zusammen und hängt schlaff an der Flasche herunter.

Erklärung
Luft dehnt sich durch Erwärmung aus. Wird die Flasche in warmes Wasser gehalten, erwärmt sich die Luft in der Flasche. Dadurch dehnt sich die Luft aus und strömt aus der Flasche in den Ballon, da sie keine andere Möglichkeit hat zu entweichen. Der Ballon dehnt sich aus. In kaltem Wasser zieht sich die Luft wieder zusammen, sie strömt aus dem Ballon wieder zurück in die Flasche, wobei sich der Ballon wieder zusammenzieht.

Vertiefende Erklärung
Alle Materialien bestehen aus kleinsten Teilchen, die ständig in Bewegung sind. Bei vielen Materialien ist diese Eigenbewegung der Teilchen jedoch so gering, dass man sie mit dem Auge nicht mehr wahrnehmen kann – so z. B. bei einem Tisch, einer Tasse, einem Glas usw. –, deswegen spricht man auch von Feststoffen. Bei anderen Substanzen bewegen sich die einzelnen Teilchen so stark, dass man auch mit dem Auge eine gewisse Veränderung wahrnehmen kann – in diesem Fall spricht man von Flüssigkeiten. Und dann gibt es noch Stoffe, bei denen sich die einzelnen Teilchen so sehr bewegen, dass sie immer den gesamten Raum in Anspruch nehmen, der ihnen zur Verfügung steht – das sind die Gase. Durch Erwärmung bewirkt man in jedem Fall eine Beschleunigung der Teilchenbewegung, was dann gerade bei Gasen dazu führt, dass die Teilchen auch häufiger aneinander stoßen und voneinander abprallen – daher benötigen sie mehr Platz!
Für das vorliegende Experiment bedeutet dies für die Teilchen, die sich durch die Erwärmung im warmen Wasser schneller und daher auch mit mehr Kraft bewegen, dass der Platz in der Flasche nicht mehr ausreicht. Sie nutzen folglich den Platz, den ihnen der Luftballon zur Verfügung stellt. Der Ballon dehnt sich aus! 
In kaltem Wasser zieht sich die Luft wieder zusammen, da die Teilchen sich wieder langsamer bewegen und dadurch auch weniger Platz benötigen. Die Luft strömt folglich aus dem Ballon zurück in die Flasche, wobei sich der Ballon entsprechend zusammenzieht.

Fred hat bei den Experimenten mit dem Luftballon und der Flasche gut aufgepasst. Gar nicht so schlecht, mit diesem Flaschentrick einen Luftballon so groß zu bekommen – immerhin viel größer als eine Ameise!

Durch das Kindergartenjahr begleiten uns Karl und Fred und geben uns viele spannende Aufgaben und Herausforderungen zum Experimentieren- Beobachten - Begreifen.